Kunstunterricht kann vieles – aber manchmal muss man die Bilder einfach verlassen und selbst nach Paris fahren. Für den Leistungskurs Bildende Kunst der Jahrgangsstufe 13 von Frau Höhn wurde die dreitägige Kursfahrt zu einer Reise durch Jahrhunderte der Kunstgeschichte – und zu einer unmittelbaren Begegnung mit zahlreichen Werken, die zuvor im Unterricht behandelt wurden.

Von Köln aus ging es mit dem Eurostar direkt in die französische Hauptstadt. Das Hotel im 18. Arrondissement erwies sich dabei als idealer Ausgangspunkt: Sacré-Cœur und der Place du Tertre waren schnell zu Fuß erreichbar. So lag die berühmte Basilika mit ihren weißen Kuppeln ebenso wie das ehemalige Atelier von Picasso vor der „Haustür“.
Ein Höhepunkt der Fahrt war der Besuch des Louvre. Dort standen plötzlich Werke vor den Schülerinnen, die sie bisher vor allem aus Abbildungen und Unterrichtsmaterialien kannten. Jacques-Louis Davids „Der Tod des Marat“, die berühmte „Venus von Milo“, die monumentale „Nike von Samothrake“ und Eugène Delacroix’ „Die Freiheit führt das Volk“ konnten im Original betrachtet werden. Der Museumsbesuch bot zugleich Anlass für eine kritische Auseinandersetzung mit der Sammlung selbst. Die Schülerinnen hinterfragten, warum im Louvre insbesondere die europäische beziehungsweise von weißen Künstlern und Gesellschaften geprägte Kunst so prominent vertreten ist und welche Perspektiven, Künstlerinnen und Künstler sowie außereuropäische Kunsttraditionen dadurch möglicherweise weniger sichtbar werden. So wurde nicht nur die Kunst betrachtet, sondern auch der institutionelle Rahmen, in dem Kunstgeschichte präsentiert und vermittelt wird. Für eine ganz andere Art von „Kunstbegegnung“ sorgte Leonardo da Vincis „Mona Lisa“: Zu sehen war das weltberühmte Gemälde zwar – allerdings zunächst vor allem durch eine Wand aus Menschen. Zwischen dicht gedrängten Besucherinnen und Besuchern und unzähligen Handykameras musste man sich den berühmten Blick regelrecht erkämpfen.
Im Musée d’Orsay wartete am nächsten Tag ein weiterer Unterrichtsinhalt im Original: Claude Monets Kathedralen-Serie oder Camille Claudels „die Flehende“. Auch selbst künstlerisch tätig zu werden, gehörte zum Museumsbesuch. Vor den klassizistischen Skulpturen des Musée d’Orsay wurde gezeichnet. Aus der Betrachtung wurde so eine eigene zeichnerische Auseinandersetzung mit dem Original.
Kunst begegnete dem Kurs aber nicht nur in den Museen. Im Palais Royal wurden die schwarz-weiß gestreiften Säulen von Daniel Buren bestaunt. Die Installation „Les Deux Plateaux“ setzt einen deutlichen zeitgenössischen Kontrast zur historischen Architektur des Palais Royal und zeigte eindrucksvoll, wie Kunst einen bestehenden Ort verändern und neu wahrnehmbar machen kann. Und dann war da natürlich noch der Eiffelturm. Für alle war er vermutlich das spektakulärste Erlebnis der gesamten Fahrt. Am Ende waren sich die Schülerinnen einig: Paris hat Lust auf mehr gemacht – und der nächste Besuch dieser faszinierenden Stadt soll möglichst nicht allzu lange auf sich warten lassen.




