Das Thema Organspende aus der Tabuzone holen und Räume für den ehrlichen Austausch schaffen: Dieses Ziel hat die Informationsveranstaltung der IGS Pellenz am vergangenen Mittwoch, 30.09.2026 vollkommen erfüllt. 

Mit einer Mischung aus fachlicher Aufklärung und einer tief berührenden Lebensgeschichte hinterließ der Abend bei den zahlreichen Schülerinnen und Schüler nachhaltigen Eindruck.

Dass Organspende weit mehr als eine medizinische Statistik ist, wurde bereits bei der Begrüßung deutlich: Es geht um echte Schicksale, um Nächstenliebe und um die Frage, wie viel Hoffnung Menschen einander schenken können. Die Veranstaltung machte von Anfang an klar, dass es nicht darum ging, Druck aufzubauen, sondern den SchülerInnen die Ängste zu nehmen und verlässliche Informationen für eine ganz persönliche Entscheidung zu liefern.

In kurzen, prägnanten Vorträgen beleuchteten die Gäste das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Frau Becker von der Landeszentrale für Gesundheit betonte die immense Bedeutung der gesundheitlichen Aufklärung und des offenen Gesprächs in der Gesellschaft. Wie diese Prozesse in der medizinischen Realität und Koordination hinter den Kulissen der Kliniken ablaufen, erklärte Herr Conter von der Deutschen Stiftung Organtransplantation, der den ZuhörerInnen wichtige Sicherheit und Vertrauen vermittelte.

Den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Vortrag von Herrn Schmelzeisen. Er sprach aus der tiefen Perspektive eines Betroffenen, dessen Leben durch das Organ eines fremden Menschen gerettet wurde. Seine Schilderungen über das lange Warten, die lähmende Angst, aber vor allem über die unendliche Dankbarkeit gingen den Jugendlichen im Saal sichtlich nahe.

Im Anschluss an die Vorträge stand das junge Publikum im Mittelpunkt. In einer ausgiebigen Fragerunde nutzten die Schülerrinnen und Schüler die Chance, jede noch so sensible Frage auszusprechen. Ob medizinische Zweifel, organisatorische Details oder Fragen zum Leben mit einem Spenderorgan – das Expertenteam nahm sich für jedes Anliegen Zeit.

Am Vormittag wurde deutlich, dass die Veranstaltung die Jugendlichen ermutigt hat, über ihre eigene Haltung zu einer möglichen Organspende nachzudenken und Gedanken sowie Wünsche auch mit Freunden und der Familie ganz offen zu teilen – denn genau dort beginne die bewusste Entscheidung.